De: Wie das Gehirn zuhört: Sensorische und kognitive Belastungen verstehenEn: How the Brain Listens: Understanding Sensory and Cognitive Loads

AuthorBrilliant, Y. Yaar-Soffer, C.S. Herrmann, Y. Henkin, A. Kral
CategoryNeuroscience
DescriptionWie das Gehirn zuhört: Sensorische und kognitive Belastungen verstehen - How the Brain Listens: Understanding Sensory and Cognitive Loads
KeywordsTime-frequency analysisEEGStroop taskSpeech processingNeural oscillations
linkhttps://doi.org/10.1016/j.neuroimage.2024.120546

Diese Studie untersucht, wie unser Gehirn das Zuhören in schwierigen Situationen bewältigt, besonders im Zusammenhang mit Aufmerksamkeit und Sprachverarbeitung. Konkret ist die Forschungsfrage, wie die Gehirnaktivität durch Belastung der Wahrnehmung (sensorisch) im Vergleich zu geistiger (kognitiver) Belastung beeinflusst wird. Um dies zu untersuchen, wurden die Teilnehmenden gebeten, zwei Arten von Hör-aufgaben zu bearbeiten: In der einen Aufgabe wurden Teilnehmende darum gebeten, einfache Vokalgeräusche (A und I) in Stille und mit Hintergrundgeräuschen zu erkennen (sensorische Belastung). In der anderen Aufgabe drückten sie eine Taste, um zu bestimmen, ob die sprechende Person männlich oder weiblich war, während sie die Wörter „Vater“ oder „Mutter“ hörten, deren Bedeutung entweder mit dem Geschlecht der Stimme übereinstimmte oder diesem widersprach (kognitive Belastung). Die Elektroenzephalographie (EEG) Signale der Teilnehmenden wurden aufgezeichnet und ihre Hirnwellen analysiert. Wir haben herausgefunden, dass sensorische Belastung (Hintergrundgeräusche) frühe Theta-Wellen verringert und eine Alpha-Aktivität nach der Reaktion auslöst (Arten der Hirnwellen), was auf eine verlängerte Aufmerksamkeit selbst nach Abschluss der Aufgabe hindeutet. Im Gegensatz dazu erhöht kognitive Belastung (widersprüchliche Reize) die Theta-Wellen, was darauf hinweist, dass das Gehirn stärker arbeiten muss, um verwirrende Informationen zu verarbeiten. Kurz gesagt zeigt diese Studie, dass sensorische und kognitive Belastung unterschiedliche und langanhaltende Muster von Hirnwellen erzeugen. Die Studie könnte dabei helfen, die zukünftige Entwicklung adaptiver Hörgeräte zu unterstützen, die sich an die Hörumgebung anpassen und in Echtzeit auf die kognitive Anstrengung einer Person reagieren können. Zusätzlich achtet die Studie auf offene Wissenschaft, indem sie ihre MATLAB-Analyseskripte öffentlich auf GitHub teilt und den Artikel unter einer CC-BY-Open-Access-Lizenz veröffentlichte, sodass andere die Arbeit überprüfen, zuverlässig wiederholen oder weiterentwickeln können.


This study is about how our brains manage listening in complex situations, in relation to attention and speech processing. Specifically, the research question is how brain activity is affected by sensory- versus cognitive load. To examine this, people were asked to do two kinds of listening tasks: One where participants identified simple vowel sounds in quiet and with background noise (sensory load), and another where they pressed a button to identify whether a voice was male or female while hearing the words “father” or “mother,” sometimes matching and sometimes conflicting with the gender of the speaker’s voice (cognitive load). The participants’ EEG signals was recorded and their brain waves were analyzed. We found that sensory load (background noise) reduces early theta waves and triggers a post-response alpha activity (types of brainwaves), indicating prolonged attention even after the task is done. On the other hand, cognitive load (conflicting stimuli) increases theta waves, indicating that the brain is working harder to sort out confusing information. In short, this study shows that sensory and cognitive load create distinct and long-lasting brainwave patterns. This study may help to guide future development of adaptive listening devices that can adjust to the listening environment and respond to a listener’s cognitive effort in real time. The study also incorporated open science practices by publicly sharing its MATLAB analysis scripts on GitHub and publishing the article under a CC BY open-access license, allowing others to verify, reproduce, or build upon their work.