De: Stärkere Verbindungen im Tinnitus-GehirnEn: Stronger brain connections within the tinnitus brain

AuthorStephanie Rosemann
CategoryNeuroscience
DescriptionForschung zu Gehirnverbindungen bei Tinnitus - Research on brain connections within the tinnitus brain
KeywordsDiffusion-weighted magnetic resonance imagingFiber densityTinnitus
linkhttps://www.frontiersin.org/journals/neuroscience/articles/10.3389/fnins.2023.1293133/full

Tinnitus ist die Wahrnehmung eines Klingelns, Pfeifens oder Zischens im Ohr – ohne dass tatsächlich ein Geräusch von außen vorhanden ist. Es handelt sich also um ein Phantomgeräusch, das im Gehirn entsteht und nicht im Ohr. Bis zu 45 % der älteren Bevölkerung sind davon betroffen. Tinnitus kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen und zu Problemen wie Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten oder depressiven Symptomen führen. Leider gibt es bislang keine wirksame Behandlung oder Heilung.

In unserer MRT-Studie haben wir 20 Personen mit Tinnitus und 20 Personen ohne Tinnitus untersucht, um herauszufinden, ob sich die Verbindungen zwischen bestimmten Gehirnregionen unterscheiden. Diese Verbindungen nennt man Nervenfasern. Wir haben bei allen Teilnehmenden die Anzahl und die Dicke dieser Fasern gemessen.

Unsere Ergebnisse zeigen: Bei Menschen mit Tinnitus ist eine bestimmte Region im Gehirn – der sogenannte Fornix – stärker verbunden als bei Personen ohne Tinnitus. Der Fornix ist Teil des Emotionsnetzwerks im Gehirn. Wir vermuten, dass diese stärkeren Verbindungen mit den negativen Gefühlen zusammenhängen könnten, die viele Betroffene erleben, zum Beispiel mit depressiven Symptomen.

Diese Erkenntnisse helfen uns, die Ursachen von Tinnitus besser zu verstehen. Außerdem könnte die gefundene Gehirnregion ein Ansatzpunkt für zukünftige Behandlungen sein – etwa durch Medikamente oder spezielle Stimulationstherapien.


Tinnitus is the perception of a ringing, whistling or hissing in the ear without any external sound. Hence, it is a phantom sound which is generated in the brain and not in the ear. Up to 45 % of the elderly population suffers from tinnitus. It often leads to mental health issues such as depressive symptoms or problems in concentration and sleeping. Unfortunately, there is currently no effective treatment or cure for tinnitus.

We conducted an MRI study in 20 tinnitus and 20 control participants to investigate whether brain regions are differently connected in the tinnitus brain. These connections between brain regions are called fibers. We measured the number of fibers and their thickness in all participants. The results of our study showed that one location of the brain, called the fornix, the tinnitus patients have more fibers compared to the control participants.

In this study we figured out that some brain regions are more strongly connected in the tinnitus brain. Interestingly, the area in the tinnitus brain is also involved in the emotion network of the brain. As this area in the brain is more connected we think that it could be related to the negative emotions experienced with tinnitus, such as depressive symptoms. These results might lead to a better understanding of the underlying cause of tinnitus. Importantly, the brain region that we identified might be relevant for targeting treatment options (such as for medication or stimulation therapy).