
De: Sprache und ihre Rolle für die ReplizierbarkeitEn: Let’s talk about language—and its role for replicability
| Author | Xenia Schmalz, Johannes Breuer, Mario Haim, Andrea Hildebrandt, Philipp Knöpfle, Anna Yi Leung, Timo Roettger |
|---|---|
| Category | Neuroscience |
| Description | Diese Studie befasst sich mit der Reproduzierbarkeitskrise in der Wissenschaft, indem sie einen überraschend oft übersehenen Faktor hervorhebt: die Sprache. Sie zeigt, wie die von Forschenden verwendeten Wörter beeinflussen können, was wir entdecken, wie gut sich Ergebnisse replizieren lassen und wie sich Wissen ansammelt - This study looks at the reproducibility crisis in science by highlighting a surprisingly overlooked factor, language, and shows how the words researchers use can shape what we find, how well results replicate, and how knowledge accumulates |
| Keywords | LanguageClarityCross-linguistic collaboration |
| link | https://www.nature.com/articles/s41599-025-04381-2 |
Die geringe Wiederholbarkeit von Forschungsergebnissen ist zu einem zentralen Problem in den Sozial- und Verhaltenswissenschaften geworden. Während sich bisherige Lösungsansätze auf die Verbesserung statistischer Praktiken, der Datenqualität und der Transparenz konzentriert haben, wurde der Rolle der Sprache für zuverlässig wiederholbare Forschung bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt. In diesem Artikel argumentieren wir, dass Sprache jeden Schritt des Forschungsprozesses beeinflusst, einschließlich Theoriebildung, Studiendesign, Datenerhebung, Analyse und Kommunikation. Da natürliche Sprache mehrdeutig und kulturell geprägt ist, kann sie zu unterschiedlich verstandenen Hypothesen, Abwandlungen in Forschungsabläufen sowie Schwierigkeiten bei der Nachahmung von Ergebnissen über sprachliche und kulturelle Kontexte hinweg führen. Wir beschreiben Herausforderungen, die sich aus Sprache als Forschungsmedium, als Forschungsinstrument und als Forschungsgegenstand ergeben. Jede dieser Rollen führt zu spezifischen Risiken für die Wiederholbarkeit von Studien. Anschließend geben wir Empfehlungen zur Verbesserung von Klarheit und Messgenauigkeit über Sprachen hinweg, zum Beispiel durch besser entwickelte Forschungsinstrumente, die Förderung offen und gut dokumentierter Kodierverfahren und eine stärkere Zusammenarbeit über Sprach- und Ländergrenzen hinweg. Die Auseinandersetzung mit der Rolle von Sprache ist wichtig, um Forschung zuverlässiger, transparenter und weltweit besser nutzbar zu machen.
Low replicability has become a major concern across the social and behavioral sciences. While previous solutions have focused on improving statistical practices, data quality, and transparency, the role of language in shaping replicable research has received little attention. In this article, we argue that language influences every stage of the research process, including theory formulation, study design, data collection, analysis, and communication. Because natural language can be ambiguous and culturally dependent, it can lead to inconsistent interpretations of hypotheses, variations in research procedures, and difficulties in reproducing findings across linguistic and cultural contexts. We outline challenges related to language as a medium of research, as a tool for research, and as an object of study, showing how each introduces specific threats to replicability. We then provide recommendations for improving clarity and measurement across languages, strengthening the development of research tools, promoting open and well-documented coding practices, and encouraging large-scale, cross-linguistic collaborations. Addressing the role of language is essential for improving replicability and ensuring that scientific knowledge is robust, transparent, and globally relevant.